Die Wirkungen des Yoga

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Yoga - was bringt es mir?

-Stärkung der gesamten Körpermuskulatur

-Wiedergewinnung und Steigerung der Flexibilität

-Auflösung von Schulter-, Nacken- und Rückenverspannungen

-Stärkung des Immunsystems

-Aktivierung aller Organe und eine Verbesserung der Durchblutung

-Verbesserung von Konzentration und Klarheit

-Entschlackung des Körpers, Anregung des Stoffwechsels und Straffung des Bindegewebes

-Steigerung der Leistungsfähigkeit. Belastbarer werden und auch bleiben, mit Stress besser umgehen können.

-Stärkung des Sebstbewusstseins

-Blockaden auflösen, klarer und freier werden

-Stressbedingte Beschwerden wie Unruhe, Ängste und Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Rückenschmerzen können abgebaut werden.Schon in den ersten Yogastunden kannst du dich intensiver erleben, in einer tiefen Ruhe, ungestört vom Stress des Alltags. Yoga gibt Raum für neue Erfahrungen, die in die Tiefe des eigenen Seins führen.

Yoga beruht auf der Erkenntnis, dass das Leben von  Geburt bis zum Tod ein ständiges Fließen von Energie (Prana/Qi) darstellt, der Mensch also ein offenes Energiesystem ist.

Verspannungen und Blockaden führen häufig zu einer Fehlausrichtung des Körpers, der Seele (Neurosen) und des Geistes und unterbrechen ihrerseits den freien Energiefluß.

Durch die Asanas fließen die Gifte/Blockaden, die sich in unserem Körper angesammelt haben, wieder aus dem Körper ab, bzw. werden ausgeschieden, indem die entsprächenden Kanäle (Nadis/Meridiane) und Gelenke geöffnet werden. Die körpereigene Struktur wird, so weit erforderlich, durch die Asanas entblockiert, so dass die Lebensenergie, um die es vorrangig geht, wieder frei fließen und neue Energie aufgenommen werden kann.

Seit einigen Jahren werden mit zunehmender Intensität die Wirkungen der Yoga-Übungen wissenschaftlich erforscht. Dies ist, laut diverser Studien, möglich:

1) Das Immunsystem des Körpers wird harmonisiert. Das bedeutet, dass die Krankheitsabwehr im Allgemeinen gesteigert wird, aber in Fällen von Autoimmunerkrankungen, wie z.B. Allergien die Überreaktion des Immunsystems reduziert wird. Als besonders wirkungsvoll hat sich die Meditation gezeigt. Eine von Dr. Jon Kabbat-Zinn durchgeführte Studie zeigte, dass Personen, die regelmäßig meditieren, im Falle einer autoimmunkraft-bedingten Hautkrankheit eine 4-fach erhöhte Heilungsrate im Vergleich zur Kontrollgruppe hatten. Bei den Yoga-Praktizierenden einer weiteren Studie wurde eine deutlich höhere Anzahl von Antikörpern im Blut festgestellt verglichen mit der Kontrollgruppe.

2) Die Knochen werden gestärkt. In vielen Asanas (Yogastellungen) muss man das Körpergewicht durch Einsatz der Muskulatur halten, um der Schwerkraft entgegen zu wirken, was die vermutlich wirksamste Vorbeuge gegen Osteoporose darstellt. Eine 6-monatige Studie mit Frauen zwischen 18-65 Jahren zeigte, dass regelmäßige Asana-Praxis mit Fokus auf bestimme Stellungen die Knochendichte signifikant zu verbessern vermochte, während in der Kontrollgruppe, die andere Körperübungen durchführte, keine Veränderungen festgestellt werden konnten. Folgende Stellungen (und ihre Variationen) sind besonders wirksam: Das Dreieck, der Krieger, der Hund, die Plankenstellung, die Standwaage.

3) Die Kräftigung der Muskulatur und die Verbesserung der Beweglichkeit verbessern die Körperhaltung und –stabilität und wirken so allen Problemen entgegen, die aus Fehlhaltungen entstehen. Eine aufrechtere, festere Körperhaltung verbessert das Selbstbewusstsein und stärkt damit die innere Kraft; verbesserte Beweglichkeit lässt den Menschen  sich jünger fühlen: die Lebensfreude wird erhöht und das Immunsystem gestärkt.

4) Die Gelenke und Bandscheiben werden gesund erhalten. Da die Gelenksknorpel und Bandscheiben keine eigene Blutversorgung haben, sind sie für ihren Stoffwechsel auf Bewegung und mäßige Belastung angewiesen. Durch eine achtsame Asana-Praxis werden diese Gewebe auf sanfte Weise ernährt, massiert und beweglich erhalten.

5) Bewusste ganzheitliche Yoga-Praxis kann zu Gewichtsabnahme führen. Das ist nicht nur auf die beim Asana-Üben verbrannte Energie zurückzuführen, sondern auch auf emotionale, geistige und spirituelle Faktoren, welche zu Übergewicht führen können und gegen die Yoga wirkungsvoll anzugehen vermag. Die erhöhte Achtsamkeit, die aus der Yoga-Praxis entsteht, bringt auch vermehrt Bewusstheit in die eigene Ernährung, und man erkennt schneller und klarer, was und wieviel der Körper wirklich braucht.

6) Verbesserung der Verdauung. Eine der am schnellsten und deutlichsten bemerkbaren Veränderungen bewusster Asana- und Pranayama-Praxis ist die verbesserte Funktion des Verdauungs- und Ausscheidungssystems. Durch die verschiedensten Weisen, in der die Verdauungsorgane bei den Asanas und auch bei den Pranayamas (Atemtechniken) zusammengedrückt werden, entsteht eine funktionsfördernde Massage; diese Wirkung wird durch die Parasympathikus-fördernde Entspannungs- und Meditationsübung noch vertieft.

7) Durch Asanas und Pranayamas wird die Atmung vertieft und verlangsamt und die Lungenfunktion verbessert. Dadurch wird die Funktion vieler weiterer Organe und Organsysteme positiv beeinflusst: der Gasaustausch wird effizienter, wodurch das allgemeine Energiegefühl verbessert wird, die geistige Grundhaltung wird ruhiger und gelassener und durch die Bauchatmung und die daraus entstehende sanfte Massage der Bauchorgane wird die Funktion der Verdauung und der Ausscheidung verbessert.

Die Atemkapazität wird verbessert und durch regelmäßiges sanftes Pranayama kann man sogar Asthma lindern. Die durch Yoga-Praxis geförderte Nasenatmung wirkt ebenfalls Asthma-Anfällen entgegen, da die feuchtere und wärmere Luft, die durch die Nasenatmung „klimatisiert“ wurde, wie eine natürliche Asthma-Medizin wirkt. Die verbesserte Atmung bringt mehr Sauerstoff zu den Geweben, was ihre Funktion unterstützt.

8) Das Kreislaufsystem wird in seiner Funktion verbessert: Die verschiedenen Körpergewebe und damit auch die Blutgefäße werden einer wirkungsvollen Massage unterzogen. Intensive, fordernde Asana-Praxis hat die Wirkungen eines Konditionstrainings, welches zusätzlich positive spirituell-geistige Wirkungen hat.

9) Der Rückfluss venösen Blutes und der Fluss der Lymphe werden verbessert. Umkehrstellungen (Kopfstand, Schulterstand, Pflug etc.) sowie das Komprimieren von Geweben in verschiedenen Asanas fördern die Bewegung venösen Blutes zurück zum Herzen. Auch die Lymphe, deren Gefäße, ähnlich wie die Venen, über kein Klappensystem verfügen, wird in ihrer Zirkulation durch den Körper gefördert, was sich positiv auf die Funktion des Immunsystems auswirkt.

10) Reduktion des Blutdruckes. Erhöhter Blutdruck trägt zu vielen Problemen und Erkrankungen bei, unter anderem Herzinfarkt, Gehirnschlag und Nierenversagen. Die durch Yoga-Praxis veränderte geistige Haltung sowie das körperliche Training und die Entspannungsübung wirken zusammen, um den Blutdruck auf gesündere Werte zu reduzieren. Auch zu hohe Blutfett/Cholesterinwerte werden durch Yoga reduziert.

11) Verdünnung des Blutes. Die Wahrscheinlichkeit für Herzinfarkt/Gehirnschlag wird durch eine erhöhte Neigung der Blutplättchen zum Zusammenkleben, zum Verklumpen und damit zum Verdicken des Blutes gefährlich erhöht. Die Yoga-Praxis hat unter anderem eine reduzierte Verklumpungsneigung des Blutes zur Folge, indem Fibrin und Fibrinogen, zwei verklumpungsfördernde Proteine, reduziert werden.

12) Reduktion des Blutzuckerspiegels. Bei yogapraktizierenden Diabetikern wurde eine deutliche Senkung der Blutzuckerwerte beobachtet, was zum Teil eine Folge der reduzierten Stresshormone Adrenalin und Kortison ist. Auch die durch die Yoga-Praxis erreichte Gewichtsreduktion hilft, den Blutzucker zu senken. In Summe wird dadurch die Wahrscheinlichkeit von Diabetes-spezifischen Problemen wie Herzinfarkt, Nierenversagen und Erblindung deutlich reduziert.

13) Die Funktion des Nervensystems wird verbessert. Der wichtigste Aspekt dieser Wirkung ist die Verlagerung des Modus des Nervensystems vom Sympathikus zum Parasympathikus, also eine allgemein beruhigende, zentrierende, stress-reduzierende Wirkung. Die meisten Krankheiten werden durch Stress entweder erzeugt oder verschärft, und können andererseits durch die stressreduzierende Wirkung des Yoga eine allgemeine, nichtmedikamentöse und nebenwirkungsfreie Linderung und Besserung erfahren.

Ein weiterer Aspekt ist die Regelung und Anpassung der Funktion des Nervensystems an die äußere Situation: Das System wird imstande, schneller Reserven zu mobilisieren, wenn dies erforderlich ist, ebenso aber wird eine schnellere Beruhigung eintreten, wenn der Stressor nicht mehr vorhanden ist. Durch Yoga wird also ein situationsgerechteres Reagieren auf Reize möglich.

14) Verbesserung der Gehirnfunktion. Zum einen werden primär durch die achtsame Asana-Praxis die Koordination, das Gleichgewicht, Reaktion, Gedächtnis und andere Gehirnfunktionen verbessert. Zum anderen wurde beobachtet, dass bei Menschen, die regelmäßig meditieren, die Aktivität im vorderen linken Hirnlappen erhöht wird; diese Veränderung wird mit vertieftem Glücksgefühl, einem verbesserten Immunsystem und einem ausgeglicheneren Gemüt in Zusammenhang gebracht. Bei Gruppen von Menschen, die unter Depression leiden, wurde eine Besserung durch Yoga beobachtet, die der Besserung durch starke Antidepressiva entsprach – jedoch ohne negative Nebenwirkungen!

15) Reduktion des Schmerzpegels. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Asana- und Meditationspraxis in Fällen von Arthritis, Rückenschmerzen, Fibromyalgie, Karpaltunnel-Syndrom und Kopfschmerzen schmerzlindernd wirkt. Fortgeschrittene Meditierende können Verbindungen im Gehirn, die für den Transport von Schmerzsignalen zuständig sind, in ihrer Funktion hemmen. Achtsamkeitsmeditation vermag durch Beobachten des Schmerzes eine höhere Toleranz für den Schmerz zu erzeugen. Die Reduktion des subjektiven Schmerzempfindens ist an sich schon eine wertvolle Wirkung, doch erzeugt sie in der Folge die Bereitschaft, sich zu bewegen, verbessert die Laune und mindert die Notwendigkeit für Medikation, was allesamt die Heilung fördert.

16) Verbesserung des psychischen Befindens. In vielen Untersuchungen zeigte sich, dass die Yoga-Praxis eine Reihe von positiven Veränderungen im Bereich der Psyche hervorbringt, oft als Begleiterscheinung von physischen Heilerfolgen und auch diese unterstützend: die allgemeine Laune verbessert sich, das Selbstwertgefühl steigt, ein Gefühl der Ausgeglichenheit entsteht. Als eine Folge verbesserter Ausgeglichenheit und verringerter Reizbarkeit entsteht auch die Tendenz zu harmonischeren Beziehungen, wovon wiederum die Gesundheit profitiert. Es ist ein Ineinandergreifen positiver Faktoren, welches zu einem verbesserten Funktionieren des gesamten Systems führt.

17) Die allgemeine sowie die Körper- und Atemachtsamkeit wird deutlich verbessert. Dadurch wird man fähig, Krankheiten oder krankhafte Veränderungen im Körper früher zu erkennen und in einem Stadium gegenzusteuern, in dem eine Korrektur noch leichter möglich ist.

18) Verbessertes Gesundheitsbewusstsein und gesündere Lebensweise. Durch das Praktizieren der Yoga-Techniken und die Beobachtung der Veränderungen im Körper und Geist entsteht ein verstärktes Bewusstsein, selbst zur eigenen Gesundheit beitragen zu können und letzten Endes für die Gesundheit verantwortlich zu sein. Damit bilden sich gesündere Angewohnheiten, etwa im Bereich der Ernährung oder der Schlafgewohnheiten. Die Beobachtungen körperlicher Verbesserungen durch regelmäßiges Asana-Üben erzeugt ein für die gesamte psychisch-physische Gesundheit überaus wertvolles Gefühl, nämlich, dass man selbst etwas tun kann und dem Schicksal und der medizinischen Versorgung nicht hilflos ausgeliefert ist. Und dies Gefühl wirkt wiederum wie ein Heilmittel und stärkendes Tonikum.

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass die Regelmäßigkeit und die Häufigkeit der Yoga-Praxis ausschlaggebend für den Erfolg sind!


Quelle: "Yoga in Prävention und Therapie", Ein Manual für Yogalehrer, Therapeuten und Trainer von D. Mitzinger, Deutscher Ärzte-Verlag, ISBN 978-3-7691-0567-4

„Yoga und Gesundheit“, Yoga in Prävention und Therapie von A.P. Nathschläger, Yoga Vision Verlag, ISBN 978-3-9502402-2-1

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