weibliche Spiritualität - Jahreskreisfeste feiern und sich verbinden

tl_files/devananda/bilder-bei-texte/Symbol of the Great Goddess.jpgMit den Jahreskreisfesten lernst du eine Form von Energiearbeit kennen, die dich in deinem persönlichen Weitergehen unterstützt und dir hilft, denn du gehst in Kontakt mit uralten Kräften, die seit Menschengedenken gefeiert wurden. Du schließt dich an den archaischen Wurzeln unserer AhnInnen an, die diese Feste voller Dankbarkeit, Freude und Hingabe, das Leben bejahend begingen. Spirituelle Quelle, Ursprung von Allem, war die Große Göttin und Mutter Erde, die in ihren verschiedenen Seinsformen jedes Leben begleitete, von der wir kamen und zu der wir wieder zurückkehrten. Der Tod war nur ein Übergang, um irgendwann in einem neuen Kreis wiedergeboren zu werden.

Viele Namen wurden der Großen Göttin gegeben, und Sie wurde in der Dreiheit wie ein menschliches Wesen als Kind/Jungfrau, Rote/Mutter und als Schwarze/weise Alte gedacht und verehrt. Sie war und ist die Trinität.

Mit der Entwicklung des christlichen Glaubens, die ja noch nicht so lange zurückliegt, wurde der alte heidnische Glaube verpönt und verteufelt. Heilige Haine wurden durch Kapellen oder große Kirchen überbaut, und manches wurde einfach in den kirchlichen Kontext verklärt, aufgenommen. Mittlerweile ist die diesbezügliche Forschung sich darüber einig, dass selbst Maria eine Vereinnahmung aller Göttinnen aus den verschiedenen Kulturkreisen ist. Schauen wir uns Marienabbildungen an, erkennen wir auch hier noch die Mächtigkeit von Maria. So zeichnet sie zum Beispiel der Sternenmantel als Himmelskönigin und der Sonnenkranz als Sonnenkönigin aus. Sie ist die kosmische Mutter. Das Zepter gibt ihr die irdische Machtkompetenz und die weiße Lilie ist ihr Verbindungszeichen zu der Alten Religion.

„Heide“ war ein heftiges Schimpfwort und ist es teilweise heute noch. Mit der Inquisition wurde der alte heidnische Glaube zur todbringenden Gefahr. Unendlich viele Weise Frauen mussten dafür qualvoll auf dem Scheiterhaufen den Flammentod sterben. Selbst heute noch haben manche Menschen noch Berührungsängste mit Heiden und Hexen, so tief ist diese Verteufelung in unserem kollektiven Unbewussten eingemeißelt.

Es ist Zeit, alte patriarchale Denkstrukturen aufzulösen und neu zu beginnen, denn mit den Jahreskreisfesten wird Altüberliefertes neu belebt, mit neuen Inhalten gefüllt. Dies gibt uns Frauen eine neue Macht, ein neues Selbstverständnis und eine neue Furchtlosigkeit. Wir erinnern uns, und in unserer wiedergewonnenen Eigenmacht weben wir an einem neuen Klang für diese, unsere Welt. Das gefällt vielen nicht, darüber musst du dir bewusst sein, wenn du diesen Weg gehst. Der Grund: Eigenmächtige Frauen, die sicher auftreten, machen vielen Angst – nicht nur Männern.

Bei unseren Festen schwingen wir in einem Resonanzfeld mit Mutter Erde, und so ist das Feiern der Feste Heilung nicht nur für uns, sondern auch für unsere geschundene Erde.

Lass, wenn du mit uns ein Jahreskreisfest feierst, deinen Alltag hinter dir, lege deine Uhr, die lineare Zeit, ab und überlasse dich, mit offenem Herzen, ganz dem Geschehen. Lasse dich ein auf das uralte, geheime Wissen, das sich dir öffnen wird, wenn du es willst. Gehe mit der Großen Göttin und den kosmischen Kräften in Verbindung. Die Jahreskreisfeste zu feiern, dich zu öffnen, in Verbindung zu treten und zu empfangen ist ein Weg, der dich in einen Selbstfindungs- und Erkenntnisprozess führt und dich neu sehen, fühlen und denken lehrt. Es ist der Weg, in Verbindung zur Mutter Erde, die dich trägt und hält, frei und selbstbestimmt dein Leben zu leben. Dich wieder an ein uraltes Erbe, das Erbe der Eigenmächtigkeit, der Sinnlichkeit, des Lebensbejahenden, anzuschließen, das tut gut. Es ist an uns Frauen, uns dieses zurückzuholen.

Jahreskreisfeste sind sehr bedeutungsvoll für unsere persönliche Entwicklung. Denn jedes Fest hat seinen eignen Klang, seine eigene Tiefe und spricht bestimmte Seiten unserer Seele an. Wir berühren unsere Seelenmuster beim Feiern, auch die „versteckten“, und dies ist ein Weg für Heilung. Alle sechs Wochen halten wir inne, wir schaffen uns mit lieben Frauen, mit Gleichgesinnten, einen geschützten heiligen Raum, in dem wir auf der energetischen Eben wirken.

Wirken bedeutet handeln. Wir handeln und wollen mit unserem Wirken etwas bewirken, für uns und für die Welt. Unser Handeln bezieht sich dabei aber nicht nur auf etwas Praktisches, was wir tun, sondern unser Handeln geschieht auch auf der nicht-materiellen, geistigen Ebene. Mit dieser geistigen Ebene beeinflussen wir, wenn wir uns ganz einlassen, die Energiefelder, die uns umgeben, und verändern sie. Wir schwingen uns ein in ein bestehendes positives Energiefeld und vergrößern, verstärken dieses.

Energiearbeit ist die heutige Form von „hexen“, denn Magie beginnt in unserem Herzen, steigt in unsere Bewusstheit und beeinflusst, ja verändert unser Handeln. Unsere geistige Haltung verändert die Materie. Damit ist unser Tun in den Jahreskreisfesten gleichzeitig auch ganz klar hoch politisches Handeln. Ein politisches Handeln für uns Frauen, für lebensbejahende, friedliche Formen des Miteinanders, für Achtung und Ehrfurcht allen Wesen dieser Erde gegenüber und für Heilung. Heilung für uns und für Mutter Erde. Es ist sehr bedeutungsvoll, dass wir nicht nur alle sechs Wochen „abgekapselt“ die Hexenfeste feiern, sondern sie als aktiven Bestandteil in unser Leben einbeziehen und dort weiter wirken. Das ist für unsere eigene Handlung gut, ebenso wie für die Heilung der Erde.

Bei den acht Jahreskreisfesten, die wir alle sechs Wochen feiern, verbinden wir uns mit uralten, mächtigen Energien. Wir bitten die Große Göttin und die vier Elemente – Erde, Luft, Feuer, Wasser – um ihre Unterstützung. Wir beziehen sie in unser Wirken mit ein und sie wiederum unterstützen unsere berechtigten, ehrlichen Anliegen. Wen wundert es da noch, dass das Feiern der Jahreskreisfeste immer verbreiteter wird? Immer mehr Menschen schließen sich dieser „neuen“ Form der uralten Spiritualität an. Sie wollen verändern, wollen etwas tun.

Wir verbinden uns mit den uralten Wurzeln, mit dem Zyklischem, dem immer Wiederkehrenden, mit dem, was für unser Leben erforderlich ist. Mit der Mutter Erde die uns trägt und nährt. Mit dem Feuer, ohne das wir nicht sein könnten. Mit dem Wasser, das uns reinigt und ein Teil von uns ist. Mit dem Wind, dem Atem des Lebens. Mit dem gesamten Kosmos, der Weite der Gestirne und der Anderswelt. Und wir verbinden uns mit der spirituellen Urmutter, der Großen Göttin, mit IHR, die von Anbeginn bei uns war und es immer sein wird. Wir sind ein Teil von diesem Ganzen. Das hat Sinn.

Lass vor deinem inneren Auge einmal folgendes Zeitbild entstehen: 40.000 Jahre, das Alter der Venus vom Hohle Fels, und 2.500 Jahre, da begann, grob gezählt, die Zeitrechnung der Christianisierung. Mal dir gedanklich einen „ellenlangen“ Strich für 40.000 Jahre und markiere darauf 2.500 Jahre für die patriarchale neue religiöse Denkstruktur – ein verschwindend, ein fast nicht sichtbarer Teil auf dieser Geschichtslinie!

Das Miteinanderverbundensein, die Ganzheitlichkeit, das Eingebundensein, die Rücksichtnahme, um nur ein paar von ihnen zu nennen, sind Qualitäten, die sich im Zeitgeist des 21. Jahrhunderts fas verloren haben. Der materielle Individualismus, das Macht-über, das Ellenbogen-Denken sind sehr ausgeprägt. Jeder schaut auf seinen eigenen Vorteil. Das Blendwerk erhält Gewicht. Viele geben sich, wie sie eigentlich nicht sind. Wir, die neuen, spirituellen Göttin-Frauen, entziehen uns diesem Geschehen. Wir gehen unsere eigenen Wege. Wir haben den Mut, unbequem zu sein. Wir haben neue Prioritäten gefunden und tiefe Wurzeln, die uns Standfestigkeit geben. Doch das ist ein langer Weg. Aber jedes Jahreskreisfest hat uns sicherer gemacht, uns von Rollenstereotypen zu entfernen.

Auch das Feiern von Jahreskreisfesten muss „erlernt“ werden. Sein Herz öffnen und sich hingeben, das kann niemand sofort beim ersten Mal. Doch etwa alle sechs Wochen kannst du dich hineinbegeben in diesen Heiligen Raum, in dem du dich entwickeln und werden kannst, in dem du das Göttliche in dir, deine Einzigartigkeit erfahren kannst. Unterstützt von Frauen, die dir beistehen und lachende Vorbilder sind.

Mit den Jahreskreisfesten stärken wir uns gegenseitig und auch unser individuelles Wirken tut das Seine/Ihre. Der Weg zu mir selbst, zu meiner Eigenmacht, zu meinem Frieden ist, wie gesagt, ein langer Weg, aber wir sind in Bewegung. Wir sind Bewegung, obwohl wir nirgendwo organisiert sind. Wir haben unsere Bezüge, unser Verbundensein; einen Guru oder ein ähnliches Oberhaupt haben wir jedoch nicht und brauchen wir auch nicht!

Die Zeit war reif und die Göttin hat sich aus dem Schweigen der Jahrtausende erhoben und wirkt mit uns. Mit dem Gehen auf dem Rad des Jahreskreises beleben wir die ältesten Traditionen der Menschheit und prägen sie neu mit einer Relevanz für das 21. Jahrhundert. Wir werden wieder Teil des Ganzen, da wir das Ganze sehen, und wir werden eigenmächtige Frauen, die sich auf Wesentliches konzentrieren und sich den christlich-patriarchalen Denkstrukturen entziehen. Alle sechs Wochen wirken wir auf der individuellen Ebene, damit jede Frau sich kräftigt, auf der Gruppenebene, damit unser Gruppengefüge uns trägt und wir uns verbunden wissen, und auf der Ebene für die Welt, damit sich die Energien auf und um unsere Erde positiv verändern. Zugleich besinnen wir uns alle sechs Wochen bewusst auf die Zeitqualität, in der wir uns gerade bewegen: Wir teilen enthusiastisch die Freude des beginnenden Frühlings, wir genießen die fantastische Fülle des Sommers, speichern die heißen Energien für kältere Zeiten und stärken uns für die dunkle Zeit, und wir geben uns gegenseitig Mut, in die Stille und Einsamkeit zu gehen, Hoffnung und ein Geborgensein.

Vor allen Dingen, und das ist meines Erachtens vorrangig bei den Jahreskreisfesten, erfahren wir Halt und sind aus der Isolation befreit. Wir wissen, wohin wir gehören, und tanken Kraft und Energie für die Anforderung der immer wieder vor uns liegenden Realität. Wenn wir kraftvoll sind, wirken und bewirken wir auch in unserer Realität, in unserem Umfeld vieles, denn wir senden Impulse aus; sind dabei vielleicht für andere, ohne das wir dies wissen, Hoffnungsträgerinnen oder Vorbilder.

Alle sechs Wochen beim Feiern verbinden wir uns gemeinsam mit der Göttlichen Kraft, mit der Kraft, die in Liebe alles sein lässt, mit der Göttin. Wir schwingen uns ein auf den Rhythmus von Mutter Erde. Sich auf die jeweils veränderten Bedingungen der Zeitqualität alle sechs Wochen intensiv einzulassen, heißt auch, bewusst mit den Schwingungen von Mutter Erde im Einklang zu sein. Wir sind ein Resonanzfeld dieser Schwingungen und wenn wir uns darauf einlassen und in einen natürlichen Rhythmus kommen, kann das für uns nur gut sein. Dieses bewusste Erleben des natürlichen Rhythmus ist unser Weg in eine seelische Gesundung zu kommen, heil zu werden, und sich an dieser sprudelnden Kraftquelle immer wieder zu stärken. Wir lösen uns Schritt für Schritt aus unserer patriarchalen-christlichen Sozialisation und befreien uns. Viele Therapieansätze helfen bei einer Befreiung, doch den Weg, sich zu verwurzeln und eine spirituelle, seelische Heimat zu finden, das ist der ureigene Weg.

Bei den Jahreskreisfesten wirken wir mit mächtigen elementaren Kräften

-      Auf der individuellen Ebene, damit mein psychisch-individueller Prozess gestärkt wird und ich heil werden kann,

-      Auf der Gruppenebene, damit der Halt der Gruppe, der Gleichgesinnten, mich trägt, auffängt und stabilisiert,

-      Auf der politischen Ebene, damit sich das positive Energiefeld in und um unsere Erde verbessert.

So ist es!

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