Die 18fache Methode der Übung

Lian Gong Shi Ba Fa

tl_files/devananda/bilder-bei-texte/web-wasserfall.jpgDiese Qigong-Übungsreihe wurde 1981 von dem Shanghaier Arzt Dr. Zhuang Yuan Ming entwickelt und veröffentlich, und basiert auf Aufzeichnungen und Erfahrungen von Altmeister Wang Zi Ping.

Die komplette Übungsreihe hat daoistische Wurzeln, wird dem medizinischen Qigong zugeordnet und umfasst zwei Teile mit jeweils 18 Übungen (36 Einzelübungen). In China wird diese Methode in Kliniken und Sanatorien zur Behandlung von unterschiedlichen Symptomen und Krankheiten eingesetzt.

Im deutschsprachigen Raum wurde diese Übungsreihe vor allem durch Dr. med. Josephine Zöller bekannt.

Wirkung:

Die 18fache Methode der Übung wird zwar als „Gelenk-Qigong“ bezeichnet und wird bei allen Arten von Erkrankungen der Wirbelsäule, aller Gelenke und der sie verbindenden Weichteile wie Muskeln, Gelenkkapseln und Bänder eingesetzt.

Die Wirkung der Übungen geht allerdings weit über den Bewegungsapparat hinaus und zeigt sehr positive Wirkungen bei Störungen der inneren Organe, besonders Leber, Lunge, Magen, Bauchspeicheldrüse und Nieren.

So zeigt sich auch hier wieder, dass alles mit allem verbunden ist, alles mit allem zusammenhängt und der Übungsweg im Äußeren beginnt. Bei regelmäßigem Üben können wir selber wahrnehmen, wie das Qi immer tiefere Schichten erreicht.

Zu Beginn lernen wir den äußeren Bewegungsablauf, den wir mit der Zeit immer runder und weicher werden lassen. Hierbei verändert sich unsere Haltung, wir lernen, die Statik der Gelenke und des Körpers zu korrigieren. Entspanntes Üben ist von Vorteil.

tl_files/devananda/bilder-bei-texte/wegdergoettin.jpgIm Laufe der Zeit nimmt das Körpergefühl immer feinere Dimensionen an. Wir können das Qi, als Bindeglied zwischen Essenz und Geist, bewusst einsetzen und führen. Erst jetzt gibt die Atmung den Rhythmus der Bewegung vor. Dadurch entsteht Harmonie zwischen äußerer und innerer Bewegung und damit auch zwischen den Drei Schätzen: Körper (Essenz)-Atem (Qi)- Geist (Shen). Wir erreichen Stille und Gelassenheit beim Üben, die wir noch durch die Heiterkeit unseres Herzens fördern können. So kann die Wirkung der Übung bis „tief ins Mark“ reichen.

Die 36 Einzelbewegungen, die immer in sechs Übungsabfolgen geübt werden, gehen durch den ganzen Körper hindurch, von oben nach unten, angefangen bei Schulter und Nacken:

  1. Schultern und Nacken
  2. Kreuz und Rücken
  3. Gesäß, Hüften und Beine
  4. Gelenke und Extremitäten
  5. Arme und Hände leiten das Qi
  6. Innere Organe

Durch die Übungspraxis wird der Atem tief, der Geist ruhig, die Psyche ausgeglichen und die Beweglichkeit des Körpers deutlich verbessert. Die Übungen erreichen sämtliche Ebenen des menschlichen Daseins und wirken daher ganzheitlich. Egal, ob sie praktiziert werden um den Atem zu trainieren, die Gesundheit allgemein zu stärken, um gezielt Beschwerden anzugehen, um sich selbst besser kennen zu lernen oder um die spirituelle Entwicklung zu fördern und die absolute Leere zu erreichen, das ganze Spektrum des Qigong kann erfahren werden.

Allerdings trifft auch bei diesen Übungen der Grundsatz der „täglichen Arbeit an sich“ und der Grundsatz „nichts zu erwarten und klar und entspannt zu üben“ zu.

"Ich trage Ruhe in mir. Ich trage in mir die Kräfte die mich stärken." (Josephine Zöller)

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