Was ist Yoga?

tl_files/devananda/bilder-bei-texte/yoga-hintergrundwissen.jpgYoga ist eine vollständige Wissenschaft vom Leben, die vor Tausenden von Jahren ihren Ursprung in Indien hatte. Es ist der Welt ältestes System zur persönlichen Entwicklung, das Körper, Geist und Seele vereint.

Yoga heißt übersetzt: das Joch, oder anjochen, und meint, wie die Zugtiere durch das Joch mit dem Wagen verbunden sind, sind auch wir mit dem göttlichen Absoluten verbunden. Yoga heißt also im weitesten Sinne der Verbindung mit dem Göttlichen/Göttin/Gott gewahr zu werden.

Der Hatha-Yoga,(manchmal auch Kundalini-Yoga genannt) wie wir ihn heute üben, ist etwa ab dem 14. Jahrhundert – also indisches, spätes Mittelalter- entstanden und basiert auf tantrischen Lehren. Tantra heißt aus dem Sanskrit übersetzt: Weben, verweben, ausdehnen, erweitern. Damit ist die Erfahrung gemeint, dass das ganze Universum miteinander verwoben, verbunden ist und dass darüber hinaus auf dem tantrischen Pfad eine Erweiterung des Bewusstseins möglich ist. Die Wurzeln des Tantrismus sind in den matriarchalen Kulturen der vorvedischen Zeit zu suchen, in der das weiblich Göttliche als höchstes göttliches Prinzip angesehen und  in jeglicher Form verehrt wurde.

HA und THA bedeuten Sonnenenergie (HA) und Mondenergie (THA). Diese sollen ausgeglichen werden. Die Prinzipien von  Licht und Dunkelheit, von Männlich und Weiblich, von oben und unten, von innen und außen, sollen in Harmonie gebracht werden. Damit ist der Weg aufgezeichnet zur Überwindung der Polarität, dem großen Gesetz unserer irdischen Welt.

Es gibt eine Formel, die in genialer Weise die gesamte Botschaft des Yoga zusammenfasst. Sie ist wie ein Lebenselixier, eine Zauberformel, die unser ganzes Leben verwandeln kann, wenn wir bereit sind (!), sie anzuwenden. Wenn du diese Formel

„Die 5 Schlüssel des Yoga für den Alltag“

anwendest und beherzigst, so wirst du sehr bald erstaunliche Veränderungen in deinem Leben feststellen können. Diese Formel stammt von Swami Vishnu-Devananda, einem Schüler des großen Meisters Swami Sivananda Sarasvati:

1. Asanas (Yogastellungen): trainieren jeden Körperteil, strecken und kräftigen die Muskeln und Gelenke, die Wirbelsäule und das gesamte Knochengerüst. Sie wirken jedoch nicht nur auf die äußere Gestalt des Körpers, sondern auch auf die inneren Organe, Drüsen und Nerven, indem sie das ganze System gesund erhalten. Körperliche und geistige Spannungen lösend, wecken sie erstaunliche Energiereserven.

Im Yoga ist die „Langsamkeit“ das Geheimnis der raschen Fortschritte! Die Asanas werden statisch und meditativ mit tiefer Bauchatmung durchgeführt. Nicht die größte Flexibilität und die Schnelligkeit der Ausführung, sondern Konzentration, Bewusstsein, Entspannung und korrektes Atmen sind der Schlüssel zum Erfolg! Nur wenn die Muskeln entspannt sind, werden sie sich dehnen und erlauben in der Stellung vorwärts zu kommen. Die Wirkungen der Asanas sind somit nicht nur von der Technik, sondern auch von der geistigen Konzentration abhängig, die sie begleiten.

2. Pranayama (Atemübungen): Der Atem ist Bindeglied zwischen Körper und Geist. Er versorgt den Körper mit Energie, andererseits gibt es einen Zusammenhang zwischen der Atmung und unserem geistig-seelischen Befinden. Korrekte Atmung führt zu mehr Energie, Stärkung des Immunsystems und in der Folge zu besserer Gesundheit, sowie zu einer ausgeglicheneren inneren Haltung.  Das Ziel der Pranayama-Übungen ist es, unseren Astralkörper (die Energiebahnen und Energiezentren) zu reinigen und die Energie zu balancieren.                                               

3. Richtige Ernährung: Yoga betrachtet die Ernährung nicht nur aus der Perspektive der Wirkung auf den Körper, sondern berücksichtigt auch die Auswirkungen der Ernährung auf den Geist. Wir betrachten die drei Nahrungsmittelgruppen nach der Yoga-Philosophie, erfahren, wie eine für Geist und Körper optimale Nahrung aussieht, und erhalten allgemeine Hinweise zur richtigen Ernährung sowie zur Reinigung und Stärkung des Verdauungssystems.

4 .Entspannung: Die Entspannungsübung hat eine Schlüsselrolle für die Wiederherstellung und Erhaltung der Gesundheit inne, denn die meisten Krankheiten werden einerseits durch Stress begünstigt und können andererseits durch bewusstes Arbeiten an der Entspannung in ihrem Heilungsprozess unterstützen. Zunächst mag die Entspannungsübung als eine rein körperliche Übung, eben das Entspannen der Muskeln, gesehen werden, doch es geschieht viel mehr während der Übung: Verbunden mit der körperlichen Entspannung entsteht ein geistig-psychisches Loslassen, das oft außergewöhnlich befreiend wirkt  und große Heilkraft freisetzt.

5. Positives Denken und Meditation: Der wohl wichtigste Lebensbereich ist der unserer geistigen Einstellung zu den Dingen unserer Welt. Der Geist ist der intelligente Fahrer des Körpergefährts. Daher ist es wichtig, ihn mit positivem Denken und Meditation zu trainieren, damit er das Ziel der Lebensreise und den Weg dorthin versteht. Positives Denken entwickelt höhere Gefühle wie Mut, Liebe und Zufriedenheit, welche nach und nach negative Impulse wie Angst, Zorn, Neid oder Ungeduld ersetzen. Die Meditation ist das Herzstück des Yogas. Es mag anfangs schwierig und langweilig erscheinen, den Geist auf ein Objekt zu fixieren, doch gerade darin liegen die wunderbaren Wirkungen der Meditation. In der Meditation wird die Stille des bewussten Denkens eingesetzt, um zu einer Öffnung auf einer tieferen Ebene des Geistes zu finden. Diese tiefere Ebene des Geistes ist die uns innewohnende Freude und Harmonie, der Frieden und die Reinheit, „welche alles Verstehen übersteigt“ und die durch den Alltag soweit in den Hintergrund gedrängt wurde, dass wir sogar ihre Existenz vergessen haben. Durch die Meditation wird also eine Heilung auf einer tieferen Ebene erreicht, welche sich auf der physischen Ebene wiederspiegelt.

 

„Hatha-Yoga lehrt uns den Körper als Bogen zu gebrauchen, die Yogastellungen als Pfeil und die Seele als Ziel anzusehen.“

(von Swami Sivananda Radha)

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(Quelle: „Yoga für den Alltag“ und „Yoga und Gesundheit“ von Arjuna P. Nathschläger)