Das Jahresrad der Göttin

tl_files/devananda/bilder-bei-texte/jahresrad_der_goettin.jpgDie acht Jahreskreisfeste sind wichtige traditionelle Höhepunkte durch das Jahr, für ein Leben im Einklang mit der Natur. Wie bereits erwähnt, haben sie ihren Ursprung im alten Wissen der matriarchalen Kultur.

Jedes der acht Jahreskreisfeste hat eine eigene Thematik in engem Bezug zur Natur und zur Göttin, die wir auf eigene innere Prozesse und Lebenssituationen ziehen. Wir können uns vom Wandel der Natur in unserer Tiefe berühren lassen und die zu bestimmten Zeiten vorherrschende Energie nutzen, um Heilung zu suchen und innere Prozesse zu begleiten. Sich durch Meditation und Rituale zu den acht Stationen im Jahreskreis mit dem ewigen Kreislauf der Natur und der Göttin zu verbinden, gibt uns Kraft, ist Nahrung für die Seele und verleiht unserem Leben eine magische Qualität.

Der Kreis ist ein weibliches Symbol der Ganzheit und steht für die Zyklische Natur - einem ewigen Rhythmus der Wandlung und Erneuerung. Sowohl der Kreislauf der Natur, als auch der Lebenskreislauf der Frau verlaufen in Zyklen. Wollen wir den tieferen Sinn und die Zusammenhänge dieser inneren und äußeren Zyklen bewusster wahrnehmen und mit ihnen im Einklang leben, bietet die Reise durch den Jahreskreis zu den Terminen der Jahreskreisfeste, dazu eine gute Möglichkeit.

Auf dem Weg durch den Jahreskreis begegnen wir den Phasen der Geburt, des Wachstums, der Reife, des Vergehens, des Todes und der Wiedergeburt. Jeder bewußt durchlebte Jahreskreis ermöglicht die Erkenntnis über unser wahres Sein, das unberührt von allen Wandlungen existiert. Diese Erkenntnis vermag tiefsitzende Ängste und Anhaftungen zu lösen, sodaß Gelassenheit und Vertrauen unser Leben bestimmen. Weniger identifiziert mit den Höhen und Tiefen des Lebens können wir eine Befreiung unserer wahren Lebensfreude und Schöpferkraft erfahren. Das alltägliche Leben, eingebunden in die Jahreszeiten und in der Natur, führt zu einem heilsamen Weg zur persönlichen und spirituellen Entwicklung.

Die Göttin im Jahresrad

In Indien und in Asien wird die Göttin ununterbrochen seit tausenden von Jahren verehrt. Allmählich kehrt nun auch in Europa und der westlichen Welt, die Göttin wieder zurück aus den Nebeln des Vergessenen, als die eine Göttin, die die Schöpferin von allem ist. Sie ist die Göttin die uns alles spiegelt, das existiert. Die Umrisse ihres Körpers formen das Land, ihre liebenden Energien strahlen durch die ganze Welt. Sie ist eine Ehrfurcht gebietende Göttin der Liebe, der Schönheit, des Mitgefühls und der Weisheit, eine Königin des Lichts und der Dunkelheit, die in dem Raum zwischen den Welten regiert.  Sie ist die Spiralgöttin von Geburt, Leben, Heilung, Tod und Wiedergeburt. Sie ist die Mutter der Verwandlung. Unsere Wahrnehmung und unser Verständnis davon, wer die Göttin ist, wird dadurch beeinflusst, wie wir Ihre Natur erfahren. Sie drückt verschiedene Aspekte von sich durch den Zyklus der Jahreszeiten der Natur aus.

Wir lernen Sie, die Göttin, kennen, indem wir uns auf die Natur einstimmen, während Sie sich vom Frühling, zum Sommer, zum Herbst und zum Winter verwandelt und spiralförmig wieder weiter zum nächsten Frühling. Durch diesen sich wiederholenden Kreislauf der Natur, können wir uns die Göttin jedes Jahr als eine wunderschöne junge Frau vorstellen, die zu einer fruchtbaren Liebenden heranwächst, dann zu einer Mutter reift und Nachkommen gebiert und schließlich zur Greisin altert, die verfällt und stirbt, wobei Sie zur Erde zurückkehrt, aus der Sie im nächsten Frühling wiedergeboren wird. Dies ist eine endlose, fortwährende Spirale von Wandel und Transformation.

In den vier Jahreszeiten sehen wir die vier grundlegenden Gesichter Ihrer Natur. Das sind die zwei Sonnenwenden Winterbeginn (Yul/Luft) und Sommerbeginn (Litha/Wasser), und die zwei Tag-und-Nacht-Gleichen, Frühlingsbeginn (Ostara/Feuer) und Herbstbeginn (Mabon/Erde). Jedes Sonnen-Fest steht für ein Element Ihrer Natur. Zu jedem Sonnenfest, Yul, Ostara, Litha und Mabon feiern wir die Göttin als Mutter eines ihrer vier Elemente Luft, Feuer, Wasser und Erde.

Zwischen den vier Sonnenfesten, liegen ebenfalls vier Feste, nämlich die Mondfeste: Imbolc, Beltane, Lammas und Samhain. Auf dem Jahresrad sind die vier Mondfeste/Zwischenjahreszeiten-Feste traditionell die Feste, zu denen die Göttin als Jungfrau, Liebende, Mutter und Greisin gefeiert wird.

Die Welt als Ganzes wird von der Großen Göttin (Zentrum) regiert. Im Laufe des Jahres drückt sich die Große Göttin (die hier bei uns in Deutschland Holle ist) durch viele Göttinnen aus, von denen uns manche möglicher weise bereits vertraut sind und andere vielleicht nicht. Diese vielen verschiedenen Göttinnen sind letztendlich nur die verschiedenen Gesichter der einen Großen Göttin. Die Große Göttin, die All-Mutter, regiert die äußere Welt und die innere Realität.

Da der Jahreskreis auch ein Symbol für die Abfolge der Lebensphasen ist, können wir bestimmte Themen jedes Jahr neu anschauen und neu erleben: Geburt, Kindheit, Jugend, Erotik und Sinnlichkeit, Partnerschaft, Mütterlichkeit und Reife, Bilanzziehen und Abschiednehmen, aber auch Verluste, Einsamkeit, Ängste, Loslassenmüssen und Sterben. Indem wir uns jedes Jahr aufs Neue diesen elementaren Lebensthemen stellen, die in den Veränderungen der Natur erlebbar sind, können wir eigene, nicht glücklich verlaufende Stationen und Übergänge mithilfe der gerade vorhandenen Energien in der Natur neu wahrnehmen, erfahren und gestalten.

Die natürlichen Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum sind physische Symbole für fünf verschiedene Energiezustände. Das dichteste ist natürlich Erde, dann kommt Wasser, Feuer, Luft und Raum. Spirituell werden die 5 Elemente verwendet um 5 verschiedene Ebenen des Daseins zu symbolisieren: die materielle Ebene durch Erde, die emotionale Ebene durch Wasser, die mentale Ebene durch Feuer und die spirituelle Ebene durch Luft, als Ausdruck von immer feinstofflicher werdenden Energien. Das fünfte Element des Raumes ist die weiträumige Leere der Göttin, aus der heraus jegliche Schöpfung hervorgeht.

Basierend auf den Eigenschaften und Qualitäten der Göttinnen, die traditionellerweise zu den acht Jahreskreisfesten gefeiert werden, sind die Element-Mütter an anderen Stellen auf dem Rad. Die Mutter der Luft ist im Norden, die Mutter des Feuers ist im Osten, die Mutter des Wassers ist im Süden und die Mutter der Erde ist im Westen.

Dieses System (Avalon) unterscheidet sich von anderen Wicca-Traditionen, in denen Feuer das Spirituelle repräsentiert und Luft den Verstand. In diesem hier vorgestellten System ist die physische Dichte mit der symbolischen Dichte verknüpft und die spirituelle Energie wird höher gewertet, als die mentale Energie.

Holle ist die Große Göttin hier in Deutschland, die sich mit den Jahreszeiten wandelt. Im Frühling ist Sie die Grüne Göttin, die das Himmelstor aufschließt und die Sonne heraus läßt. Zu Beltane wandelt Sie sich zu Holda, der Roten Göttin, die auf Ihren zahlreichen Bergen Heilige Hochzeit hält. Als Goldene wird sie zur Muttergöttin, die uns all Ihre Gaben schenkt und zur Schnitterin. Im Herbst wird Sie zur Schwarzen Göttin, Holl/Hel, die die Seelen der Verstorbenen in die Totenhöhle und zur Erneuerung führt. Als Silberne ist Sie die Mutter aller Seelen, die sich selbst verjüngt und als Weiße Holle zurückkehrt. Sie ist die Göttin des Landes, die in zahllosen Bergen, Seen, Quellen und Höhlen verehrt wird. Der Holunder, der Apfel, die Taube, der Storch, die Katze, der Marienkäfer und viele weitere Tiere sind Ihr heilig. Holle ist die Große Kulturbringerin unserer Gesellschaft, die uns das Weben, das Spinnen und vieles mehr gelehrt hat. In zahlreichen Mythen, Sagen und Bräuchen ist das Alte Wissen um die Große Göttin erhalten geblieben. Als Göttin der Natur zeigt Sie sich uns in der Form von Bergen und Hügeln, in Höhlen und Felsöffnungen und im Verlauf von Bächen und Flüssen. Sobald wir uns in die Natur begeben, finden wir Sie.

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