Beltane - Walpurgis - Entfaltung und Fruchtbarkeit

 

Die Botschaft von Beltane für dich:

Werde frei, deine ureigene Leichtigkeit, deine Freiheit, dein Wildsein, deine Lust zu leben - sei mutig.

tl_files/devananda/bilder-bei-texte/beltane-rite.jpgBeltane oder Walpurgis ist das bekannteste der acht Jahreskreisfeste. Dieses Mondfest wird zum vollen Mond Anfang Mai gefeiert und bildet den Gegenpol zu Samhain, dem Fest der gegenüberliegenden Seite des Jahreskreises mit den Themen Vergehen und Tod. Ursprünglich ging es bei Beltane, das uns auch als Walpurgis bekannt ist, um Lust, Erotik, Sinnlichkeit und Sexualität. Und es ging um die heilige Hochzeit der Göttin und ihren Gefährten, den Gott, die für die Fruchtbarkeit und das Weitergeben des Lebens standen. Alle bäuerlichen, aber auch die viehzüchtenden Traditionen brauchten die Fruchtbarkeit der Erde, der Tiere und der Menschen, um zu überleben. Deshalb hatte dieses Fest einen hohen Stellenwert als Freuden-, Blumen-, Tanz- und Fruchtbarkeitsfest.

Ende April, Anfang Mai ist das Erblühen der Natur nicht mehr zu bremsen. Alles frohlockt in voller Lust und Sinnlichkeit mit verschwenderischen Blüten. Der Frühling ist definitiv da – und mit ihm die Lust und die Sinnesfreude! Maibäume werden aufgestellt, und wenn man genauer hinschaut, dann ist die Symbolik deutlich zu erkennen: um den Phallus des aufgerichteten hohen Maibaumes kränzt sich an der Spitze der Ring, das Symbol für das weibliche Geschlechtsorgan. Bei den Maifesten ging und geht es entsprechend locker und gesellig zu. Traditionell wird in der Nacht zum 1. Mai vor allem getanzt, gefeiert und geliebt! Die Freinacht (unter der Schirmherrschaft der Göttin Freya) ist die Nacht der freien Liebe, in der unbeschwerte Erotik und Sinnesfreude gelebt werden will und soll. Es ist die Erinnerung an die Natur, die freudvoll und sexuell in ihrem innersten Wesen ist und sich diese Freiheit durch Moral, Manipulation und körperfeindliche Erziehung nicht nehmen läßt.

Der Mai ist die Zeit der Leidenschaft, der Lust und der Sexualität. In anderen Kulturen und in früheren Zeiten hatte man in Europa ein unkomplizierteres Verhältnis dazu als heute. Lust und Sex waren nicht nur etwas Wünschenswertes, Freudiges, sondern sogar eine „heilige Handlung“. Lust und Begehren wurden als der irdische Ausdruck jener Lebenskraft angesehen, die alles hervorbringt, nährt und irgendwann zu sich zurücknimmt: die göttliche Kraft der Schöpfung. Die lustvolle Ekstase, „le petit mort“, im Französischen der „kleine Tod“ genannt, bereitet uns vor auf jenen Augenblick, an dem wir irgendwann, im Angesichts des Todes, unser individuelles Ego aufgeben, um wieder eins mit jener Kraft zu werden, aus der wir einst entsprungen sind. Doch Sexualität verbindet vor allem mit dem Leben. Aus der Verbindung der Pole des Männlichen und des Weiblichen entsteht immer wieder neu das Wunder des Lebens. Lust ist der Kanal für die göttliche Schöpferkraft, durch die sich das Leben in millionenfacher Form hervorbringt. In früheren Kulturen wurde die Kraft der lustvollen Schöpfung zelebriert. Wenn wir heute von „Fruchtbarkeitskulturen“ sprechen, dann meinen wir jene Feiern, in denen Sexualität und Lust als heilige Lebenskraft in allem Leben geehrt wurden.

Gönnen wir uns deshalb im Mai Zeit für unsere Lust. Lust an der Liebe, an der Bewegung, an der Freude, die Lust daran, lebendig und auf dieser Erde zu sein. Erlauben wir unserer wilden, ungezügelten Leidenschaft, ihren Raum in unserem Leben einzunehmen. Unsere innere Wildnis birgt die buchstäblichen An-TRIEBS-Kräfte, die wir brauchen, um unser Leben lustvoll und nach unseren Bedürfnissen zu leben, ohne uns durch Hemmungen, Scham oder Vorschriften einzuschränken. Nehmen wir die unkontrollierten Seiten in uns an und leben das Leben uneingeschränkt voll Vitalität und Freude, an jedem Tag und in jedem Augenblick.

Beltane ist für jeden Menschen eine Initiation im Jahreskreis, sich seines körperlichen, natürlichen Wesens und der Freiheit, die die körperlich-spirituelle Erfahrung durch liebevolle sexuelle Vereinigung bringt, zu erinnern. Warum werden wir nicht krank, wenn wir frisch verliebt sind? Weil uns Hormone und aufsteigende Säfte stabil und glücklich machen und Krankheit in diesem sinnlichen Zustand keine Chance hat. Wir kennen Beltane aus den Sagen, wonach in der Nacht zum 1. Mai die Hexen den Blocksberg belagern und sich schamlos und ungehemmt mit ihren herbeigerufenen Geliebten vereinen. In dieser Nacht sind Begegnungen mit Wesen der Anderswelt möglich, die in den unterschiedlichsten Gestalten auftauchen können. Seelenflüge werden heute unterstützt, Reisen in die Anderswelt. Starke Transformationskräfte wirken, und mit Hilfe von Lichtwesen und Naturgeistern wird die Seele gereinigt von den alten Schlacken des Mißbrauchs und der Unfreiheit früherer Zeiten. Der von lauten Trommelrhythmen unterstützte ekstatische Tanz hilft, die belastenden Energien abzuschütteln, damit die rote Kraft der liebenden Göttin Freya sich wieder ganz verströmen kann, so wie es die Natur gebietet. Lasst die Natur Vorbild sein. Lasst uns freigiebig das verschenken, was wir eigentlich als Teil der Natur in Wahrheit sind: pure Lebenskraft und reine Sinnesfreude. Das wollen wir feiern. An Beltane öffnen wir unseren Geist, unsere Seele und den Körper für die Lebensfreude, Lust und Erotik in dem Wissen: Ich werde täglich neu geboren, und alles ist möglich!